Der Filz in der Bundesanwaltschaft
Von Romina Lenzlinger, Beat Kraushaar und Joël Widmer | 03:14 | 25.01.2009
Weil sich Richter Ernst Roduner an sich selbst einen Drohfax schickte, hat er eine Strafanzeige am Hals. Jetzt ermittelt der stv. Chef der Bundesanwaltschaft – ein Arbeitskollege.
Diese Woche kehrt Ernst Roduner (62) zurück an seinen Arbeitsort nach Bern. Doch nicht als Eidgenössischer Untersuchungsrichter, sondern als Angeklagter. Die Bundesanwaltschaft hatte gegen ihn am 8. Januar ein Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege eröffnet. Vor einer Woche gestand Roduner im SonntagsBlick, einen Drohfax an sich selbst geschickt und darin die Einstellung seiner Ermittlungen gegen den der Geldwäscherei verdächtigten Privatbanker Oskar Holenweger verlangt zu haben.
Einvernommen wird Ernst Roduner ausgerechnet vom stellvertretenden Chef der Bundesanwaltschaft Ruedi Montanari (43). Motanari und Roduner kennen sich bestens. Die beiden arbeiteten nicht nur Tür an Tür, sondern standen auch beruflich in regem Kontakt.
Nun soll ausgerechnet Montanari seinen Arbeitskollegen befragen. Für Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch (43) unhaltbar. «Um eine Befangenheit auszuschliessen, muss auch ein unabhängiger Richter eingesetzt werden.»
Kritik gibt es auch an die Adresse des Bundesstrafgerichts, die Aufsichtsbehörde von Roduner. Juristen haben dort ihre Bedenken deponiert: Roduner sei mit seiner Aufgabe überfordert. Bundesstrafgerichtspräsident Alex Staub (60) will davon nichts wissen. «Ich kann mich nicht erinnern, dass konkrete Fragen zu einer möglichen persönlichen Überforderung von Herrn Roduner an uns gelangten.» Jedoch sei die Dauer der Verfahrensführung mehrmals kritisiert worden.
Samstagmorgen, Untersiggenthal AG: Ernst Roduner führt gerade seine Hüdin Bella spazieren, als er mit SonntagsBlick am Telefon spricht. «Ich habe mir nicht in den übelsten Träumen vorgestellt, dass die Geschichte ein solches Ausmass annimmt.» Er habe den Ehrgeiz gehabt, die beiden Fälle abzuschliessen und sich nicht eingestehen wollen, dass ihm alles über den Kopf wuchs. «Durch meine Dummheit leidet jetzt meine ganze Familie.»
Roduner bleibt jedoch bei seinen Aussagen, den Drohfax erst geschrieben zu haben, nachdem er und seine Familie mehrfach massiv bedroht wurden. «Ich hatte immer dieselbe anonyme Stimme auf dem Beantworter.» Laut Recherchen von SonntagsBlick ermittelt die Bundesanwaltschaft nun auch in dieser Sache.
Weil sich Richter Ernst Roduner an sich selbst einen Drohfax schickte, hat er eine Strafanzeige am Hals. Jetzt ermittelt der stv. Chef der Bundesanwaltschaft – ein Arbeitskollege.
Diese Woche kehrt Ernst Roduner (62) zurück an seinen Arbeitsort nach Bern. Doch nicht als Eidgenössischer Untersuchungsrichter, sondern als Angeklagter. Die Bundesanwaltschaft hatte gegen ihn am 8. Januar ein Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege eröffnet. Vor einer Woche gestand Roduner im SonntagsBlick, einen Drohfax an sich selbst geschickt und darin die Einstellung seiner Ermittlungen gegen den der Geldwäscherei verdächtigten Privatbanker Oskar Holenweger verlangt zu haben.
Einvernommen wird Ernst Roduner ausgerechnet vom stellvertretenden Chef der Bundesanwaltschaft Ruedi Montanari (43). Motanari und Roduner kennen sich bestens. Die beiden arbeiteten nicht nur Tür an Tür, sondern standen auch beruflich in regem Kontakt.
Nun soll ausgerechnet Montanari seinen Arbeitskollegen befragen. Für Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch (43) unhaltbar. «Um eine Befangenheit auszuschliessen, muss auch ein unabhängiger Richter eingesetzt werden.»
Kritik gibt es auch an die Adresse des Bundesstrafgerichts, die Aufsichtsbehörde von Roduner. Juristen haben dort ihre Bedenken deponiert: Roduner sei mit seiner Aufgabe überfordert. Bundesstrafgerichtspräsident Alex Staub (60) will davon nichts wissen. «Ich kann mich nicht erinnern, dass konkrete Fragen zu einer möglichen persönlichen Überforderung von Herrn Roduner an uns gelangten.» Jedoch sei die Dauer der Verfahrensführung mehrmals kritisiert worden.
Samstagmorgen, Untersiggenthal AG: Ernst Roduner führt gerade seine Hüdin Bella spazieren, als er mit SonntagsBlick am Telefon spricht. «Ich habe mir nicht in den übelsten Träumen vorgestellt, dass die Geschichte ein solches Ausmass annimmt.» Er habe den Ehrgeiz gehabt, die beiden Fälle abzuschliessen und sich nicht eingestehen wollen, dass ihm alles über den Kopf wuchs. «Durch meine Dummheit leidet jetzt meine ganze Familie.»
Roduner bleibt jedoch bei seinen Aussagen, den Drohfax erst geschrieben zu haben, nachdem er und seine Familie mehrfach massiv bedroht wurden. «Ich hatte immer dieselbe anonyme Stimme auf dem Beantworter.» Laut Recherchen von SonntagsBlick ermittelt die Bundesanwaltschaft nun auch in dieser Sache.
Supervisor - 25. Jan, 13:35
